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If you’re going to San Francisco, you better go back in time

If you’re going to San Francisco, you better go back in time published on

[Drawn and coloured while listening to the albums recommended by Hagen Rudolph, author of the incredibly detailed Santana band-biography „Every step of the way“]

Gibt’s doch: Das Gender Pay Gap

Gibt’s doch: Das Gender Pay Gap published on

Den ganzen lieben langen Equal Pay Day überzeugt der brave deutsche Ökonom seine Gattin davon, dass es ein Gender Pay Gap gar nicht gibt. Nach hingebungsvoller Aufzählung allerklarster Fakten nebst einfühlsamster Erklärung stellt sich nach mehrfacher entbehrungsreich geleisteter Wiederholung ob der unwiderlegbaren Beweislage bei der Gattin endlich die Einsicht ein und Vernunft kehrt zurück. Das war ein hartes Stück wirtschaftswissenschaftliche Arbeit! Als Tränchen fließen, will er ihr um des lieben Hausfriedens willen was schenken, steckt ihr einen Schein zu und sagt: Hier, tue Dir heute einfach mal was Gutes!

Nach einer Stunde kommt sie wieder: Mit sooooooooooooo einer Wut im Gesicht!

Gender Pay Gap Equal Pay Day 2019 Meinung ohne Ahnung

PS: Wenn es wirklich um Ökonomie und Ökonomik ginge, müsste die materielle Geschlechterbilanz nicht nur die Einnahmen-, sondern auch die Ausgabenseite umfassen. Früher erfasste die amtliche Statistik zwar auch keine Geschlechtsunterschiede, aber immerhin, wie unterschiedlich stark sich Preissteigerungen auf gut versorgte Beamten- im Vergleich zu armen Rentnerhaushalten auswirkten: Je nach Status konsumieren die Leute anders. Seit 2003 aber lässt man auch das.

Nach Ansicht des Statistischen Bundesamts beeinflusst es nicht das allgemeine Preisniveau, wenn der Markt seine Leistungen geschlechtsdifferenziert bepreist. Den oder die Einzelne interessiert aber nicht das allgemeine Preisniveau: Wer konsumiert schon nach amtlichem Warenkorb zum Beispiel 0,9 Prozent seines Haushaltseinkommens für Bildungszwecke? Werden Zeitungsabos teuer wie ein Luxusgut, erleidet der Oberstudienrat einen nennenswerten Kaufkraftverlust, während der reine Fernsehzuschauer es noch nicht mal bemerkt. So ist das mit allen anderen Produkten auch.

Die unterschiedliche Ausgabenfreude der Leute mag aktuell kein Thema sein. Das wird aber besonders interessant, wenn die Digitalplattformen zur individuellen Bepreisung von Gütern übergehen, also jeder und jede einen anderen Preis zu zahlen hat. Weil sie die Vorlieben kennen, können sie Zahlungsbereitschaft dann eiskalt maximierend abschöpfen. Friseure sind heute schon gut darin.

PS2: Eine immerhin näherungsweise Berechnung der Preissteigerungen je nach eigenem Warenkorb bietet das Statistische Bundesamt online. Man sieht (ein bisschen), wie sich die eigenen Lebenshaltungkosten geändert hätten, wenn man fünfzigmal mehr für Klamotten oder fünfmal so viel für Benzin ausgäbe wie der deutsche Durchschnittshaushalt.

Digitalpakt with the devil

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Google Digitalpakt Überwachungskapitalismus Zuboff 2018 Meinung ohne Ahnung

Das Geschäftsmodell der Digitalkonzerne besteht nicht in der Verbreitung von Wissen, günstigen Lieferung von Waren, Heilung von Krebs oder der Rettung der Welt. Es besteht in der so unsichtbaren wie ungenehmigten Aneignung der Verhaltensdaten eines jeden On- und Offliners, ihrer Bepreisung und ihrem Weiterverkauf. Wenn Staaten eine derartige Überwachungsaktivität entfalten würden, wäre der Bürger wohl besorgt. Oder auf den Barrikaden. In der Theorie.

Lieber macht er, so wie seine Regierung, die Äuglein zu und freut sich aufs nächste Gimmick und Gadget, das seiner Versicherung, Bank, Krankenkasse, Arbeitsstelle, Polizeiwache, Werbefuzzies, Parteien und anderen mitteilt, wie er wo und wann was denkt, fühlt und macht.

„Alexa!: Schalt dich aus.“ (Datenschützer-Witz)

Kurzfassung von DAS ZEITALTER DES ÜBERWACHUNGSKAPITALISMUS von Shoshana Zuboff, Campus-Verlag.

Gesundheit muss sich wieder lohnen

Gesundheit muss sich wieder lohnen published on

Gesundheitsreform Krankenhaus 2018 Meinung ohne Ahnung

Geht die Ökonomisierung des Gesundheitswesens zu weit?

Das ist nicht die Frage, die sich vielen Medizinern als erste stellt, sondern: „Wie behandelt man Geld am besten?“ (auf der ersten Seite des Programmhefts des Deutschen Ärztetages 2018, in einer Anzeige der Dt. Apotheker- und Ärztebank).

Alle reden vom Diesel. Wir nicht

Alle reden vom Diesel. Wir nicht published on

 

Stretchlimo 2018 Meinung ohne Ahnung

Auf der Suche nach einer Erklärung dafür, dass auf unseren Straßen STRETCHLIMOUSINEN herumfahren und es Zeitgenossen gibt, die sich damit kutschieren lassen, griffen wir zu Mandevilles Bienenfabel. Die gab uns früher bereits moralisches Ok für eigene vermeintliche Schwachheiten wie abendliche Trunk-, bloggende Gefall- und körperliche Prunksucht.

Ökonomische Tugendwächter, also schwäbische Hausfrauen, halten Genüsse für eine Verschwendung von Geld und Zeit, und ihre katholischen Pendants: von Seelen. In Wirklichkeit aber, so Mandeville im 18. Jahrhundert, dienten private Laster dem öffentlichen Wohl. Die allgemeinen Vorteile der Nachfragesteigerung, ausgelöst durch die Eitelkeit der Verschwender, fielen als Brosamen für die ärmeren Schlucker ab, in Form von Beschäftigung und Auskommen (neuökonomisch: Trickle-down-Theorie, altdeutsch: Der Nutzen des Pferdeapfels aus Spatzensicht).

Hiermit wird festgehalten, dass STRETCHLIMOUSINEN nach unserer gründlichen Überlegung NICHT eingeschlossen sind von dieser soziokulturellen Theorie irgendeines um die Ecke einbiegenden gesellschaftlichen Nutzens. Sie fallen vielmehr unter revolutionäre Praxis, deren kommender charismatischer Anführer unter Deliveroo-Fahrern oder -Fahrerinnen geboren werden wird.

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